about innocent
Bandgeschichte
"…das Jahr, in dem nichts geschah…"

2005

 

Okay verehrter Rezipient, ich werd´ mal meine wirren Gedanken ordnen, weil nichts natürlich nicht geschah, eh klar. Dennoch und gerade deshalb möchte ich damit beginnen, zu den Ereignissen Stellung zu nehmen, die in besagtem Jahr tatsächlich nicht geschehen sind:

1. Innocent hat endlich keinen Plattenvertrag bei Universal Records ergattert!

Wir gehen davon aus, dass Herr Eder momentan viel zu sehr mit Starmania 3 beschäftigt ist, also haben wir´s natürlich erst gar nicht probiert.

2. Für den Miniseller „Peace“ gab´s auch dieses Jahr keinen Amadeus-Award!

Was mich persönlich sehr betrübt, hätt ich doch so gern das Tokio Hotel live gesehen. Vom Hören red ich nicht, weil das eh alles vom Band kommt, aber gesehen hätt ich Bill, Tom, Trick und Track doch gerne. (Schluchz!)

3. Unsere Welttournee hat nicht im Madison Square Garden begonnen und hat auch nicht in der Spanischen Hofreitschule geendet! Nein! Auch keine Seitenblicke mit Willy und Norbert als das komische Duo, besser bekannt als „die Chemiker Komiker“. No, das ist alles nicht passiert…

…aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt?...

 

 

Nun aber doch noch zu den wahrhaftigen Fakten, zu den Sensationen aus dem glorreichen Jahr 2005 (Tusch !):

1. das Ausmisten des Innocent-Fundus und das Aufrüsten des Innocent-Equipments gehen unaufhaltsam weiter!

Nichts kann uns stoppen, außer vielleicht leere Geldbörserl.

2. Studioarbeit (nach einem 8 bis 10 Stunden-Arbeitstag) kann einem den allerletzten Nerv ziehen!

Dies bedarf einer Erklärung, sprich kurzer Rechenaufgabe. Ich möchte hiermit veranschaulichen, wie oft ein Amateurmusiker im Studio ein Lied hört, bis es auch für den Rest der Welt erträglich klingt. Wir beginnen unsere Rechnung nicht mit dem Akt der Schöpfung, weil der Schaffensprozess immer ein sehr individueller ist, genauso wenig möchte ich die Zeit des Arrangierens berücksichtigen, da es auch hier keine Konstante gibt. Manchmal ist die gemeinsame musikalische Sprache ganz klar und verständlich, und dann wieder klingt alles spanisch (vor allem dann wenn Norbert bei „Immortal Water“ die Mariachi Gitarre auspackt).

 

Also, los geht´s:

Wir gehen davon aus, dass unser Lied 4 Minuten dauert und wir beginnen aus oben genannten Gründen direkt mit der Studioarbeit:

Als erstes kommt die Aufnahme; Wir gehen davon aus, dass jedes Instrument 4 Aufnahmen macht. Wir haben 10 Instrumente (bass, herwig gtr, norbert gtr, keys, drums und 5 Stimmen). 10 Instrumente mit jeweils 4 Aufnahmen ergeben 9.600 Sekunden, 160 Minuten oder 2,6 Stunden. Beim Durchhören aller Aufnahmen gehen noch mal 2,6 Stunden drauf. Beim Schneiden und Auswählen rechne ich noch einmal mit 2,6 Stunden. Danach geht es um Lautstärken und erste Platzierung im Raum, was bei Stimmen sehr aufwendig sein kann, also noch mal 2,6 Stunden. Dann kommen Compressoren und Effekte hinzu, die oft große Probleme aufwerfen, dieses Prozedere kommt auf…, na? Natürlich, richtig geraten: 2,6 Stunden. Danach spielen Willy und ich unseren Bandkollegen ganz stolz unsere neueste Errungenschaft vor und merken immer wieder, wie taub und blind wir gewesen sein müssen, da die Kritik der Bandkollegen meist berechtigt ist. Gut, also nochmals ins Studio, um die letzten Makel auszubügeln, also nochmals 2,6 Stunden. Das sind jetzt also grob geschätzt 17,6 Stunden. SIEBZEHN KOMMA SECHS STUNDEN!!! In denen wir nur dieses eine, immer wieder dieses eine, und nur dieses eine Lied immer und immer wieder und wieder hören. Das heißt, wir hören ein 4-Minuten Lied zweihundertvierundsechzig Mal…

Willy, wie machst du das, dass du nie die Fassung verlierst und dich sogar nach dem zweihundertneunundfünfzigsten Mal auf das zweihundertsechzigste Mal freuen kannst? Ich bewundere dich! Aber ich schweife aus, eigentlich wollt ich nur sagen, dass einen die Studioarbeit ziemlich in den Wahnsinn treiben kann, und das hätt ich auch hiermit getan.

Nun aber wieder zurück zu den Fakten des Jahres 2005, quasi zum Höhepunkt!

 

Im Herbst hatten wir die Ehre, im Rahmen der alljährlichen Vernissage des Vereins „Unikat“ ein rundes „Unplugged“- Konzert zu geben. Nochmals ein herzliches Dankeschön an Tanja! Danke für die Möglichkeit unsere eingerosteten Konzertknochen in Bewegung zu bringen und wieder mal gemeinsam spüren, wie die Welt von der Seite aussieht.

Die Betitelung „Unplugged“ deshalb, weil wir ohne Schlagzeug, nur mit Percussions und gelegentlich Drum Computer aufgetreten sind. Robert hat die Schlagzeugmaschine bedient, da er am Schlagzeug noch nicht so weit war. Wir haben dann noch bis April 2006 mit ihm geprobt, uns aber schließlich von ihm getrennt. Robert ist zeitlich sehr limitiert, was mit unseren Konzertplänen kollidierte. Das war der wesentliche Trennungsgrund. Mehr möchte ich hier nicht schreiben, außer vielleicht, wie wichtig es ist, Träume zu haben. Ich halte das für essentiell!... Eigentlich wollte ich hier zu einem Ende kommen, aber jetzt juckt´s mich doch, also möchte ich noch abschließend folgende Worte loswerden: Träumen ist eine gute Sache!

Wir haben die Fähigkeit, Gedanken zu spinnen, im Geist zu reisen, Erfindungen zu schaffen. Der Traum, Gefühle und Gedanken in akkustischer Schwingung auszudrücken ist für mich Wirklichkeit. Denn ich habe eine Kapelle in meinem Kopf. Die kann man sich ungefähr folgendermaßen vorstellen: Sie schauen aus wie die Beatles bei Sgt. Peppers und klingen wie die Grufti Band von Tom Waits auf funky. Und diese Kapelle spielt ununterbrochen! Herrlich! Zieht man nur ein wenig an den Fäden, offenbaren sich immer wieder neue Möglichkeiten. Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht dazulerne!

 

Doch meine Träume haben viele Facetten, denn ich bin, wie die meisten von euch wahrscheinlich schon längst vermutet haben, ein geübter Träumer! Und dennoch, über all dem ganzen Musikfirlefanz und Tschindarassabumm steht ein einziger Traum: Das Leben mit Eva.






zuletzt aktualisiert:  12:29 04/04 2007